Tee ist ein besonderes Getränk mit langer Tradition. Die Pflanzung, Ernte und Produktion bedarf grosser Sorgfalt. Viele Arbeiten können nur mühevoll mit der Hand erledigt werden. Es haben sich in den verschiedenen Kulturkreisen unterschiedliche Arten der Teezubereitung entwickelt, die alle eines gemeinsam haben - Tee wird in einer kleinen Zeremonie zubereitet, die nicht nur zur feierlichen Einstimmung auf den Teegenuss abzielt, sondern auch der adäquaten Zubereitung des kostbaren Getränks dient.
Der Tee ist eine der wertvollsten Gaben Chinas an die Welt. Schon vor tausend Jahren hatte der Tee im chinesischen Außenhandel eine führende Stellung. Die Teekultur grenzt ans künstlerische. Chinesischer Tee ist berühmt für sein Aroma, seine Farbe und seinen unvergleichlichen Geschmack. In China wird die größte Vielfalt an Tees produziert: weißer, grüner, halbfermentierter, schwarzer, geräucherter und aromatisierter Tee. Auch die Formenvielfalt ist beachtlich. Man unterscheidet Blattees, die nadelförmig, grobblättrig oder feinblättrig sind, zu Kugeln gerollt werden bzw. an einen Drachen erinnern. Oft werden in mühevoller Handarbeit die ausgefallensten Formen wie Teerosen, Blütenbouquets, Perlen, Sterne und Knospen gebunden. Tee wird auch zu Teeziegel mit Reliefs gepresst oder zu Zöpfen und Vogelnestern geflochten. Die chinesischen Tees werden nicht nach den Teegärten, sondern nach Qualitäten und Sorten benannt. Jede Region produziert charakteristische, in ihrer Qualität gleichbleibende Tees. Anlässlich unserer alljährlichen Reisen nach China ist es uns gelungen, die wertvollsten und seltensten Tees direkt zu importieren. Daher können wir Ihnen diese zu sensationellen Preisen anbieten. Weißer Tee ist einzigartig und wurde ursprünglich nur in Fujian in China erzeugt. Im Unterschied zu allen anderen Tees ist weisser Tee völlig naturbelassen. Er wird nur gewelkt und getrocknet. Die Basis besteht vorwiegend aus Blattknospen, die nach dem Trocknen eine zarte weißlich-grüne Farbe annehmen. Weißer Tee deshalb, weil der Aufguß fast kristallklar ist und die Blätter einen weißen, zarten Flaum aufweisen. Weißer Tee ist äußerst selten und wird nur in China erzeugt. Pai Mu Tan oder "Weiße Pfingstrose" ist wohl der bekannteste weiße Tee. Durch den subtilen Geschmack sollte weißer Tee ca. 5-7 Minuten ziehen und nur mit 70° heißem Wasser aufgegossen werden. Grüner und weißer Tee wird in China in den unterschiedlichsten Blattausformungen, sowie zu Blüten oder anderen Formen geflochten, angeboten.
In einem Teehaus in einem idyllischen Park, mitten in Kanton lernten wir die faszinierende chinesische Teezeremonie kennen. Wir haben auch die nötigen Accessoires für Sie eingekauft. In unseren, im Herzen der Stadt Wien gelegenen, Teehäusern servieren wir chinesischen Tee nach den traditionellen Regeln. Bei der chinesischen Teezeremonie wird der Tee in kleinen, kunstvoll gearbeiteten Kannen aus Ihsing-Ton zubereitet. Diese werden zuerst mit heißem Wasser innen und außen gespült und somit temperiert. Die Teeblätter werden in die Kanne gegeben und mit heißem Wasser aufgegossen. Der erste Aufguß wird nach etwa einer halben Minute weggeleert, um dem Tee die Bitterkeit zu nehmen. Diesen Vorgang nennt man "Tee waschen". Die in der Kanne entfalteten Teeblätter können nunmehr immer wieder mit Wasser übergossen werden. Es wird nur wenig Wasser verwendet, der Tee soll nur ganz kurz ziehen und wird aus vorgewärmten kleinen Cups getrunken. Entscheidend für die Qualität des Getränks ist neben der verwendeten Teemenge (etwa 3 Gramm pro Person) die Temperatur des Wassers. Diese soll auf die verwendete Teesorte abgestimmt werden und beträgt bei weißem und grünem Tee 70° , bei halbfermentiertem Tee und bei Schwarztee 95° Celsius. Wichtig ist auch, daß nur mit der Wassermenge aufgegossen wird, die anschließend auch als Tee konsumiert wird und daß die Ziehzeit von 1-3 Minuten (je nach Sorte) nicht überschritten wird. Auch wenn chinesischer Tee in einer großen Kanne zubereitet wird, sollte er zuerst "gewaschen" werden. Da das Verhältnis Tee und Wasser in der großen Kanne anders als in der kleinen ist, muß die Ziehzeit verlängert werden - weißer Tee 5-7 Minuten, grüner Tee 1-3 Minuten, Oolong und Schwarztee 3-5 Minuten.
Diese Teemischung aus grünem Tee und Minze erfreut sich in Marokko und anderen maghrebinischen Ländern großer Beliebtheit. Thé à la Menthe ist der ideale Durstlöscher in heißen Wüstengebieten, wo sich eine eigene Teezeremonie entwickelte. Die besondere Vorliebe der Marokkaner ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß man dort an das Trinken von Minztees gewöhnt war und der grüne Tee den Minzgeschmack abrundete und die so beliebte grüne Farbe kaum veränderte. Bei der Teezeremonie wird der Tee, Zucker und die Minzblätter mit heißem Wasser aufgegossen bis sich alles gut vermischt hat, dann füllt man die Hälfte in Gläser um diese vorzuwärmen und gießt den Tee wieder in die Kanne zurück um alle Zutaten noch besser zu vermischen. Nach einer kurzen Ruhepause wird die Mischung mit hohem Strahl in die Gläser geschüttet, damit ein leichter hellgrüner Schaum entsteht wie ein grüner Wasserfall von dem man in der Wüste träumen kann. Serviert wird der Tee auf Kupfertabletts in wunderschön verzierten marokkanischen Gläsern vorwiegend in den Farben rot, grün und gold. Das Servieren des Tees ist im Orient Männersache. Thé à la Menthe kann zu allen Tageszeiten vor allem im Sommer genossen werden und eignet sich besonders zu schweren Gerichten, weil er die Verdauung fördert. Im Orient sagt man Thé à la Menthe sei heiß wie die Liebe und bitter wie der Tod wir empfehlen Mäßigung bei Zucker und Ziehzeit um ein angenehmes Aroma zu erhalten.
Geschichte der japanischen Teekultur
Der Tee wurde durch buddhistische Mönche vor etwa 1000 Jahren aus China, der Wiege der Teekultur, nach Japan gebracht. Der Tee wurde in Klostergärten angebaut und während der Meditation getrunken. Diese einfache Zeremonie entwickelte sich während der Muromachi-Periode zu einem ausgedehnten Kult. Der ursprünglich religiöse Inhalt der Zeremonie wurde durch die ästhetische Würdigung ersetzt. Im Jahr 1449 wurde der erste Teepavillon für Teezeremonien vom Shogun Yoshimas, einem großen Förderer von Kunst und Kultur erbaut. Toyotomi Hideoshi, ein Feldherr der im 16. Jahrhundert lebte, hielt vor großen Schlachten öffentliche Teezeremonien zur Beruhigung der Gedanken und Konzentration ab. Die Teezeremonie hat eine Schlüsselrolle im kulturellen und künstlerischen Leben des japanischen Volkes gespielt. Gartengestaltung, Architektur, Malerei, Ikebana, ja sogar die Umgangsformen wurden weitgehend von den Chanoyu-Zeremonien bestimmt.
Die japanische Teezeremonie (Chanoyu) ist ein stilles Treffen von Freunden, die sich versammeln um Tee zu trinken und dabei die von ihrem Gastgeber ausgestellten Kunstwerke und das erlesene Teegeschirr bewundern. Die rituelle Art, in der dieses Treffen durchgeführt wird, verleiht ihm seine Bedeutung und Schönheit. Für die Teezeremonie wird Matcha, ein pulverisierter Gyokuro "Edler Tautropfen", ein besonders wertvoller Schattentee verwendet. Mit einem handgefertigtem Bambuslöffel (Chashaku) wird etwas Tee aus der kleinen Dose (Chaire) in eine Trinkschale (Chawan) gestrichen. Mit einer langstieligen Bambuskelle wird heißes Wasser darübergegossen. Mit einem Matcha-Besen (Chasen) wird das Gemisch schaumig geschlagen und die Schale wird den Gästen mit kleinen Drehungen der Tasse weitergereicht.
Das Wasser wird sprudelnd heiß erhitzt und vor dem Aufguß auf etwa 75°C abgekühlt. Etwa 2g Tee pro Tasse mit dem abgekühlten Wasser übergießen und 1-11/2 Minuten ziehen lassen.
Grüner Tee kann mehrmals aufgegossen werden und sollte nach Möglichkeit ohne Zusätze wie Milch oder Zucker getrunken werden.
TEE IN OSTFRIESLAND
In Ostfriesland hat sich eine ganz spezifische, faszinierende Teekultur entwickelt. Tee wird dort zu jeder Tageszeit in großen Mengen getrunken. Zum Frühstück, als Elführtee, zu Mittag, zur Jause als Teetied und nach dem Abendessen. Daher gilt auch das Sprichwort Ostfriesische Gemütlichkeit hält stets ein Tässchen Tee bereit. Ostfriesenmischungen bestehen hauptsächlich aus Assamtees, die kräftig aufgebrüht werden. Als Kluntje bezeichnet man den weißen Kandiszucker, der in die Tasse gelegt wird, der aufgebrühte Tee wird darrübergegossen und anschließend gießt man die Sahne so über den Teelöffel, daß die sogenannte Wolke Wulkje entsteht. Wichtig dabei ist, nicht umzurühren, sodaß die Wolke bestehen bleibt. Falls Sie einmal in eine ostfriesische Teegesellschaft geraten sollten - den Gästen wird solange Tee gereicht, bis sie den Löffel in die Tasse stellen. 3 Tassen müssen es jedes Mal sein - das ist Ostfriesenrecht.
Besonders beeindruckt waren wir vom Afternoontea im Lanesborough Hotel in London. Der architektonisch einzigartige Wintergarten oder das „Conservatory“ des Lanesborough ist leicht indisch inspiriert in hellgrün und rosa Tönen. Der Afternoontea wird in diesem eleganten Rahmen mit Dresscode zelebriert – unpassend gekleidete Gäste werden abgewiesen.
Im Brown´s Hotel wird der sicher konservativste aller Creamteas serviert – Gäste sitzen in niedrigen Sitzgarnituren wie im Wohnzimmer eines englischen Countryhouses.
Beim 5 o´clock tea im Waldorf Hotel wird zu klassischer Salonmusik getanzt. Ein Tisch wird immer für die englische Königsfamilie freigehalten.
Wo auch immer unsere Reisen uns hinführten, ob nach London oder Südostasien, überall schauten wir uns die verschiedenen Varianten des Afternoonteas an, um unseren Gästen eine möglichst authentische Version servieren zu können.
Der Traditional Afternoontea wird auf einem 2-3 teiligem Afternoontea-Ständer aus Silber angerichtet. Er besteht aus den sogenannten Fingersandwiches in den Varianten Roastbeef, Lachs, Gurke, Thunfisch und Ei, verschiedensten Petit fours und Scones mit Erdbeermarmelade und clotted cream.
Getrunken wird dazu entweder chinesischer Yunnan, Ceylon oder Highland Toffee. In unserem Colonial Teahouse spielt zum Afternoontea immer ein Pianist Salonmusik.
Im Teehaus hinter dem Stephansdom in den historischen Räumen des Deutschordenshauses in zarten Grüntönen wird die Hintergrundmusik je nach Tageszeit geändert. Im Sommer können Sie in einem der schönsten Gastgärten Wiens auf Loomchairs den schönsten Afternoontea der Stadt genießen.
Tee macht erfinderisch. Das zeigt in erfrischender Weise jener Gedankenblitz, der zur Geburt des Eistees führte. 1901 auf der Weltausstellung in St. Louis wollte der englische Kaufmann Richard Blechhynden den Amerikanern seine feinen Tees aus Indien und Ceylon schmackhaft machen. Er hatte deshalb einen Probenausschank vorbereitet, blieb aber buchstäblich darauf sitzen. Es war ein so heißer Tag, daß niemand Lust auf dampfenden Tee verspürte. Der Engländer löste das Problem auf eine geradezu amerikanische direkte Art und Weise; er ließ sich Eiswürfel kommen, füllte sie in Gläser und goß einfach seinen heißen Tee darüber. Dieser Geniestreich eroberte das Publikum im Sturm und ließ die Amerikaner zur wohl größten Eisteenation der Welt werden.
Es gibt kaum Angenehmeres, als im Schatten zu sitzen und sich mit eisgekühltem Tee abzukühlen. Sie können jeden beliebigen Tee in ein Longdrinkglas voll erfrischender Eiswürfel gießen, mit verschiedenen Fruchtsäften verfeinern und mit Obststücken oder Minze garnieren. Wichtig dabei ist es den Tee etwas intensiver als üblich zuzubereiten.